Fitness-Training gegen Arbeitsbelastung

„Wann kommen endlich mal wieder ruhige, normale Zeiten?“, das fragen sich heutzutage die meisten Beschäftigten vergebens. Ob durch Preisdruck der Märkte oder Regulierungsanforderungen von Aufsichtsbehörden bedingt, werden Arbeitsprozesse ständig optimiert und dabei verdichtet.

 

So wundert es nicht, dass in den letzten Jahren die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen deutlich gestiegen sind. Laut Ärzteblatt erhöhten sie sich im Durchschnitt von 76,7 (1997) auf 246,2 (2016) Fehltage pro 100 Versicherten: Ein Anstieg auf mehr als das Dreifache in zwanzig Jahren. (www.aerzteblatt.de/nachrichten/72732/Psychische-Erkrankungen-Fehltage-erreichen-Hoechststand, Abruf 26.6.2018)

 

Der Gesetzgeber hat reagiert, indem er 2013 die Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung von psychischen Arbeitsbelastungen in das Arbeitsschutzgesetz aufgenommen hat.


Know your Enemy!

Um gezielt vorgehen zu können, sollte man analysieren, wo genau die Belastungen in der persönlichen Arbeitssituation liegen. Hier kann man auf 4 Bereiche schauen:

Arbeitsaufgabe und Arbeitsinhalt

Wie vollständig sind die Aufgaben? Wie groß ist der Handlungsspielraum? Gibt es Belastungen durch zu wenig, zu viele oder zu späte Informationen? Passen die Aufgaben zur Qualifikation? Besteht Über- oder Unterforderung? Inwieweit müssen Emotionen wie Freundlichkeit und Verständnis in die Arbeit eingebracht werden (Emotional Work)?

 

Arbeitsorganisation

Gibt es Belastungen durch ungüngstige Arbeitszeiten oder aufreibende Arbeitsabläufe? Liegen in der Kommunikation und Kooperation am Arbeitsplatz Stressquellen?

 

Soziale Beziehungen bei der Arbeit

Finden sich Belastungsfaktoren im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, mit der Führungskraft oder - als Leitender - mit den Mitarbeitenden im eigenen Team?

 

Arbeitsumgebung

Entstehen Belastungen durch die Arbeitsplatzgestaltung oder die Arbeitsmittel?

 

(weitergehende Informationen zur Analyse von psychischen Arbeitsbelastungen finden Sie hier)


Belastung wirkt nicht auf jeden gleich

Schon wenn Sie den Aspekt Über-/Unterforderung betrachten, dann wird klar, dass die „objektiv gleiche“ Aufgabe nicht auf jeden gleich einwirkt.

  • Eine gut eingearbeitete Kraft kommt mit einer Arbeitsmenge gut zurecht, bei der neue Mitarbeitende ins Schwitzen geraten.
  • Gleichförmige Aufgaben sind in der Einarbeitungszeit hilfreich, weil man dann schnell das Prinzip versteht und sich sicher fühlen kann. Auf einen routinierten Beschäftigten können sie aber langweilig und unterfordernd wirken und damit zum Belastungsfaktor werden.

Auch die Persönlichkeit eines Menschen bestimmt stark mit, ob eine Anforderung als Stress empfunden wird, oder ob sie einen im Gegenteil sogar motiviert und anspornt.

  • Wer zu verträglich ist, um rechtzeitig "Nein" zu sagen, steigert seine Arbeitsbelastung deutlich.
  • Wer offen für Neues ist, der kann in einer Reorga leichter die neuen Chancen sehen.

Seine Persönlichkeit kann man nicht (so leicht) ändern, seine Haltung zur jeweiligen Belastungssituation allerdings schon!


Die Haltung ist entscheidend

Wer einmal Krafttraining gemacht hat, der weiß, wie wichtig die richtige Körperhaltung ist. Sonst hat man nachher mehr "Rücken" als vorher!

 

Beim Umgang mit psychischen Arbeitsbelastungen kommt es auf die mentale Haltung an. Richtig "angepackt", können Zeiten mit hoher Belastung durchaus stärken, anstatt zu schwächen. Die falschen Einstellungen können allerdings dazu führen, dass man unter dem Gewicht zusammenbricht und Schaden nimmt.

 

Natürlich muss die jeweilige Aufgabe betrachtet werden. Dennoch sind folgende Beispiele häufig schädlich:

  • "Nicht loslassen können" - in turbulenten Arbeitssituationen geht es leichter, wenn man Prioritäten neu sortieren und Pläne ändern kann
  • "Alles perfekt machen" - fast immer geht 90% genauso
  • "Alles alleine machen" - sich nicht helfen lassen oder nichts abgeben erhöht den Stress
  • "Sofort lossprinten" - so wird man von Mails & Co. fremdgetaktet

Widerstandskraft trainieren

Um einer Erkältungswelle zu trotzen, kann man Vitamin C zu sich nehmen und in die Sauna gehen. Auch für belastende Situationen gibt es so eine Art psychisches Immunsystem, was man stärken kann! Die Experten sprechen von Resilienz. Das ist die Fähigkeit, elastisch das innere Gleichgewicht wiederherzustellen, auch wenn es Druck und Tiefschläge gibt. Ein gängiges Forschungskonzept zu Resilienz beschreibt diese 7 Säulen:

  1. Optimismus
  2. Akzeptanz
  3. Lösungsorientierung
  4. Die Opferrolle verlassen
  5. Verantwortung übernehmen
  6. Netzwerkorientierung
  7. Zukunftsplanung

Seminar: Resilienz (nicht nur ) für Führungskräfte

Führungskräfte sind für eine resilienzfördernde Unternehmenskultur ein wichtiger Stellhebel:

  • Sie selbst sind mehr Belastungsfaktoren ausgesetzt als Mitarbeitende, weil sie Ergebnisverantwortung tragen und ins Management eingebunden sind.
  • Sie haben eine Vorbildfunktion, an der sich andere orientieren.
  • Sie wirken direkt auf ihre Teammitglieder ein - möglichst nicht stressverstärkend!
  • Sie können ihre Mitarbeitenden an einen "gesunden" Umgang mit Belastungen heranführen.

In diesem Seminars werden die eigenen Belastungssituationen analysiert, um die Zielrichtung für das mentale Training zu erkennen. Mit welchen Einstellungen geht man bisher daran? Hier werden persönliche Glaubenssätze erkundet, die einen unter Druck setzen und dem Stress ein zu großes Einfallstor bieten können.

Die Teilnehmenden erlernen das Konzept der Resilienz und nutzen die 7 Säulen, um Ansatzhebel für mehr Widerstandskraft zu finden. Am Ende steht ein Paket mit neuen konstruktiven Selbstinstruktionen und persönlichen Handlungsoptionen.

Inhalte

  • Psychische Belastungsfaktoren des Arbeitsplatzes
  • Innere Antreiber und stressfördernde Glaubenssätze
  • 7 Säulen der Resilienz
  • Erarbeitung persönlicher Handlungsschwerpunkte

Zielgruppe: Führungskräfte und andere leistungsmotivierte Menschen

Gruppe: 8 - 10 Teilnehmende

Dauer: 3 Tage

 

Das Seminar ist als firmeninterne Maßnahme konzipiert. Die Inhalte sind aber auch als individuelles Coaching sinnvoll. Fragen Sie bei Interesse gerne nach Details!

Krafttraining macht stark - nicht nur im Fitness-Studio